english (german below):

In his solo exhibition Chasing A Ghost at the Projektraum 404 in Bremen, Stephane Leonard presented a selection of drawings and unique prints, which were created while working on his latest artist publication.
The book is published by the Berlin based publisher Pogobooks. It is limited to 120 signed and numbered copies and was printed on a risograph machine. The prints in the exhibition are also risograph-prints based on pencil drawings. The risograph-prints have a unique look and charm and its very own characteristics which Leonard knows how to put to use.

The series Chasing A Ghost is focussing on the research of an artistic identity within the drawn line. Who do we see within the drawings? What do they reveal and what is it that they cover up? Who is this man behind the line?
Just like the needle of a seismograph, polygraph or electrocardiogram the lines are trying to capture a truth, make introspection and invisible processes visible and possibly succeed in transcribing a ghost. When two lines intersect, past and present meet involuntarily, form of a space, outline an object which then becomes a projection surface of future possibilities. The lines overlap, get wiped out, reseted, smeared and distorted until fragile structures appear, nothing solid yet, only networks, consolidations, objects in the making or in decay.

deutsch:

In seiner Einzelausstellung Chasing A Ghost im Projektraum 404 in Bremen, zeigt der Berliner Künstler Stephane Leonard eine Auswahl von Zeichnungen und sogenannten “Unique Prints” (einzigartige Drucke), welche während der Arbeit an seiner neuesten Künstlerpublikation entstanden sind.
Die Veröffentlichung des gleichnamigen Künstlerbuches findet ebenfalls im Rahmen der Ausstellung statt. Das Buch erscheint im Berliner Pogobooks Verlag, ist auf 120 signierte und nummerierte Exemplare limitiert und wurde im Risographie Verfahren hergestellt. Die in der Ausstellung gezeigten Drucke sind ebenfalls Risographien basierend auf Bleistiftzeichnungen. Die Risographie ist ein noch nicht so altes Druckverfahren welches sich zwischen einem Siebdruck und einer Photokopie ansiedeln liesse. Sie hat einen ganz eigenen Charme und einzigartige Druckeigenschaften die sich der Künstler auf verschiedene Weisen zu eigen macht.

Stephane Leonard, der an der Kunsthochschule in Bremen Zeichnung unter Professor Paco Knöller studierte und im Jahr 2008 als Meisterschüler das Studium beendete, kehrt mit dieser Ausstellung nach Jahren des Reisens an den Ort zurück, der seine Art des “mit der Linie Denken und Fühlen” maßgeblich geprägt hat. Die klein-formatigen Arbeiten tasten sich behutsam an den Ausstellungsraum heran. Linien mäandern über die Wände, präzise gesetzte Farbakzente führen dabei den Blick.

In der Serie “Chasing A Ghost” steht die Suche nach einer Künstleridentität innerhalb der Linie im Vordergrund. Wen zeigen uns die Zeichnungen? Was verraten und was verhüllen sie? Wer ist dieser Mensch hinter der Linie?
Wie die Nadel eines Seismographen, Lügendetektors oder Elektrokardiogramms versuchen die Linien eine Wahrheit einzufangen, Innerlichkeit und unsichtbare Prozesse sichtbar zu machen und gegebenenfalls einen Geist zu transkribieren. Kreuzen sich zwei Linien treffen Vergangenheit und Gegenwart unwillkürlich aufeinander, bilden einen Raum aus, umreißen ein Objekt welches wiederum zur Projektionsfläche zukünftiger Möglichkeiten werden kann. Ver- und überdecken sich die Linien, werden sie ausradiert, wieder gesetzt, verschmiert und verzerrt, entstehen fragile Gefüge, Konstruktionen die doch keine sind, Vernetzungen, Verdichtungen, Objekte im Werden oder im Gewesenen.